Aktuell: Ausgabe Nr. 31

Sommerrock: Der Zustand des Diebstahls an fremder Arbeitszeit in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und ihr menschheitsgeschichtlicher Ausweg
Seiler: Thesen zur Entwicklung der industriellen Revolution
Seiler: „Industrie 4.0“
Seiler: Begriffsentwirrung
Seiler: Noch einmal zu „Industrie 4.0“
Eggerdinger: Wie konnte es dazu kommen? Der moderne Revisionismus in der Tschechoslowakei

140 Seiten, EUR 8,00
ISBN 978-3-943840-04-9


Aktuelles Programmheft

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Jubiläumsaktion zur 30sten Nummer des
Streitbaren Materialismus/Widerspruch

 
30 Nummern der Zeitschriften
Der Widerspruch und Streitbarer Materialismus
40 Jahre Kampf um die Wissenschaft

Seit 1972 wurde die Zeitschrift Der Widerspruch in Berlin vom Carola Storm-Knirsch Verlag in Berlin/West herausgegeben. Dieses lobenswerte Engagement im Kampf um die Wissenschaft endete 1978.

1987 gründete sich in München der Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung e.V., um diese Projekt fortzuführen. Bereits nach einer Ausgabe mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass der Name „Der Widerspruch“ inzwischen von einer weiteren in München ansässigen Redaktion verwendet wurde.

Deshalb wurde diese Zeitschrift seit der Ausgabe 10 unter dem Namen „Streitbarer Materialismus“ fortgeführt.

Rückblickend auf die letzten 30 Nummern ergab sich für uns ein gewisses Muster von Themenbereichen, die wir häufiger im Kampf um die Wissenschaft beleuchtet haben. Die Artikel zu diesen Themenbereichen haben wir gebündelt und in Pakete geschnürt. Diese Pakete bieten wir nun stark verbilligt anlässlich der Jubiläumsausgabe unserer Leserschaft an. Auf den Folgenden Seiten können sie aus insgesamt 8 verschiedenen Paketen wählen.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, alle lieferbaren Ausgaben dieser Zeitschriften und aller nicht-ladenpreisgebundenen Publikationen des Verlags zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung in Form einer „Enzyklopädie“ zu erstehen.

Enzyklopädie

Die Enzyklopädie besteht aus den 21 lieferbaren Ausgaben des Streitbaren Materialismus (StreitMat) bzw. Widerspruch plus zwei eigenständiger Publikationen des Verlags zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung (Harry K. Wells: Sigmund Freud; Albert Manfred: Maximilien Robespierre).
 
(Originalladenpreis: 168,50 Euro)

Paketpreis Enzyklopädie (inklusive Versandkosten): 99,- Euro

Paket I Deutscher Imperialismus
  • Eggerdinger: Wie das Krokodil an die Grenze kam
    „Was wir heute untersuchen ist die Geschichte jenes Staates, dem die KPD im Parlamentarischen Rat Ende der 40er-Jahre ins Stammbuch schrieb: ‚Der Staat, den Sie gebaut haben, wird ein Staat der Reaktion werden.’ Er ist es geworden.“ (StreitMat 28)
  • Eggerdinger: Zum Einsatz der Reichswehr im Inneren
    (StreitMat 28)
  • Gossweiler: Italienischer und deutscher Faschismus
    (StreitMat 28)
  • Nassauer: Deutscher Jihad Naher Osten und der deutsche Imperialismus;
    150 Seiten auf zwei Ausgaben verteilt (StreitMat 26+27)
  • Elsässer: Geheimmission am Hindukusch (StreitMat 25)
  • Küntzel: Deutschland und das Kosovo
    (StreitMat 25)
  • Schmitz-Bender: Die Allianz der Völker und die drei Weltkriege
    (StreitMat 24)
  • Eggerdinger: Ergebnisse von Frieden und Krieg
    (StreitMat 24)
  • Baumgarten: Die Stalin-Note: Eine Strategie gegen die kapitalistische Welt
    (StreitMat 22)
  • Gossweiler: Benjamin Baumgarten und die „Stalin-Note“ (StreitMat 22)
  • Minow: Rede über die dritte deutsche Katastrophe
    (StreitMat 20)
  • Eggerdinger: Friedrich Engels und der deutsche Imperialismus (StreitMat 20)
  • Eggerdinger: Großdeutschland und der furchtbare Balkan, der Europa heißt
    (StreitMat 18)
  • Seiler: 120 Jahre Pariser Kommune - 120 Jahre Deutsches Reich (StreitMat 15)
  • Wasser: Generalplan Ost (StreitMat 15)
  • Schröder: Deutschstämmige und politische Intervention der BRD in Namibia (StreitMat 15)
  • Eggerdinger: Von Anschluß an die Centralmacht (StreitMat 14)
  • Gentzen: Eine historische Betrachtung der Oder-Neiße-Friedensgrenze (StreitMat 14)
  • Ridder: Germany holds the key (StreitMat 14)
  • Eröffnungsrede des sowjetischen Hauptanklägers R. A. Rudenko auf dem Nürnberger Prozeß (1946) (Widerspruch 8)
  • H. Petzold: „Nürnberg“ - ein neues Machwerk des revanchistischen Trommlers Werner Maser (Widerspruch 8)
  • Weißbecker: Zur „Hitlerrenaissance in der BRD (Widerspruch 8)
  • Shaban Murati: Das „Vereinigte Europa“ - ein konterrevolutionäres Machwerk des Kapitals (Widerspruch 7)

Das Paket Deutscher Imperialismus besteht aus 12 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. Widerspruch (Originalladenpreis: 87,- Euro)

Paketpreis I (inklusive Versandkosten): 45,- Euro

Paket II Ökonomie
  • Duncker/Goldschmidt/Wittfogel: Die Wirtschaftskrisen (1930)
    „Wir haben diesen Artikel ausgewählt, weil er von allen uns bekannten Analysen der kapitalistischen Krisen und insbesondere der Weltwirtschaftskrisen im sterbenden Kapitalismus die kompakteste Darlegung der marxistisch-leninistischen Krisentheorie ist. Die Vorzüge des Textes sehen wir vor allem in folgendem, und darauf lenken wir das Augenmerk unserer Leser: Hier wird nicht nur die Krisentheorie des Marxismus-Leninismus ausgebreitet und erläutert, sondern am Objekt der Wirtschaftskrise von 1929 bis 1932 (so lange dauerte sie zumindest in Deutschland) der völlige Bankrott der bürgerlichen Ökonomie diesen weltweiten und die ganze bürgerliche Gesellschaft bis ins Mark erschütternden Krisen gegenüber offengelegt.“
    (StreitMat 29)
     
    Die kapitalistische Krise
    "Die wichtigste Aussage ist: Es ist die Selbstbewegung des Kapitals als sich selbst verwertender Wert, die die zyklische Bewegung in der Konjunktur unausweichlich macht und notwendig hervorbringt. Dies ist uns wichtig gegenüber verflachenden 'Theorien', nach denen zum Beispiel eine Hebung der Massenkaufkraft ein schlagendes Mittel gegen die Krise sei. Aber auch der lähmenden Haltung muß entgegengetreten werden, daß der Kapitalismus in eine Krise ohne Ende eingetreten sei. Demgegenüber wird nachgewiesen, daß die Krisen des Kapitalismus nach wie vor zyklische sind, in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus auftreten, und was die Gründe dafür sind. Wobei natürlich nicht zu verhehlen ist, daß im faulenden Kapitalismus, also im Kapitalismus der Monopole und des Finanzkapitals die Krisen ihre 'reinigende Kraft' immer weniger entfalten können." (Schulungskommission des ZK des Arbeiterbunds für den Wiederaufbau der KPD)
    (StreitMat 26)
     
  • Eggerdinger: Mythos Globalisierung
    "Was dieser Aufsatz vorhat, ist Material zu liefern, das zeigt:
    • daß es sich bei dem, was weltweit 'Globalisierung' genannt wird, eben nicht um einen dauerhaften stabilen Aufschwung des späten Kapitalismus handelt;
    • daß darin vielmehr, und wahrscheinlich noch wesentlich deutlicher als in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, sich seine Krankheit zum Tode widerspiegelt;
    • daß da Fäulnis statt gesellschaftliche Entwicklung herrscht;
    • daß der Kapitalismus selbst die Menschheit an die Möglichkeit wirklicher Globalisierung herangeführt hat, die bestehen wird in der Herstellung einer einheitlichen Weltökonomie durch die Befreiung von Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, in tatsächlicher internationaler Arbeitsteilung, in der Herstellung mehr und mehr gleicher Lebens- und Arbeitsbedingungen auf dem ganzen Globus auf der Basis weitgehend freier Wahl der Menschen, wo sie leben und arbeiten."
      (StreitMat 25)
  • Sohn: Zu Keynes! (StreitMat 23)
  • Seiler: Währungen, die Geldware und der Kommunismus (StreitMat 23)
  • Eggerdinger: Der Euro und die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
    (StreitMat 22)
  • Eggerdinger: Maastricht II und die Europastrategien des deutschen Kapitals
    (StreitMat 21)
  • Tolokonski, Nowitzki, Jakobsohn: Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation (StreitMat 17)
  • Schuhmann: Von der Unmöglichkeit einer eigenständigen kapitalistischen Entwicklung in den Ländern der ehemaligen proletarischen bzw. volksdemokratischen Diktatur (StreitMat 16)
  • Schmitz-Bender: Ökonomie der Zeit
    (StreitMat 16)
  • Eggerdinger: Thesen zur Ökonomie einer Annexion (StreitMat 15)

Das Paket Ökonomie besteht aus 9 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. Widerspruch (Originalladenpreis: 70,- Euro)

Paketpreis II (inklusive Versandkosten): 35,- Euro

Paket III Physik
  • Daumer et.al.: Die Botschaft der Quanten?
    „Wir kritisieren Spekulationen, wonach die Quantenmechanik im Grunde nur von Information handelt. Wir zeigen dabei, wie haltlos solche Spekulationen in Wirklichkeit sind. Unsere Analyse konzentriert sich hauptsächlich auf die fragwürdigen Behauptungen, die von Anton Zeilinger vor kurzem aufgestellt wurden.“
    (StreitMat 29)
  • Scheinost: Quantenmechanik und Weimarer Republik
    (StreitMat 28)
  • Sternglass: Ein Gespräch mit Albert Einstein (dt. Erstübersetzung)
    (StreitMat 28)
  • Shoichi Sakata: Engels' "Dialektik der Natur" - ein für mich klassisches Werk
    (StreitMat 25)
  • Krojer: Über den „mathematischen Platonismus“ des Physikers Roger Penrose
    (StreitMat 22)
  • Bloh: Die kausale Interpretation der Quantenmechanik nach David Bohm
    (StreitMat 21)
  • Krojer: Die Wiederkehr des Äthers und der Materialität des Raumes
    (StreitMat 20)
  • Krojer: Beitrag zum Streit um die Hubble-Konstante und das Weltalter
    (StreitMat 20)
  • Scheer: Lebendige Debatte über tote Katze
    (StreitMat 20)
  • Bloh und Scheer: Gegen die Kopenhagener Deutung der Quantentheorie
    (StreitMat 20)
  • B. Heeger: Zur Verteidigung des Materialismus in der Elektrodynamik - Gegen Einsteins Hirngespinst von der Bewegung ohne Materie
    (Widerspruch 6)

Das Paket Physik besteht aus 7 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. Widerspruch (Originalladenpreis: 55,- Euro)

Paketpreis III (inklusive Versandkosten): 30,- Euro

Paket IV Antirevisionismus
  • Gossweiler: Genosse Domenico Losurdos „Flucht aus der Geschichte“
    (StreitMat 24)
  • Holz: Stalin als Theoretiker des Leninismus (StreitMat 22)
  • Baumgarten: Die Stalin-Note: Eine Strategie gegen die kapitalistische Welt
    (StreitMat 22)
  • Gossweiler: Benjamin Baumgarten und die „Stalin-Note“ (StreitMat 22)
  • Varga: Der Konflikt zwischen der Sowjetunion und China (StreitMat 19)
  • Gossweiler: Stärken und Schwächen im Kampf der SED gegen den Revisionismus (StreitMat 18)

Das Paket Antirevisionismus besteht aus 4 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. Widerspruch (Originalladenpreis: 28,50 Euro)

Paketpreis IV A (inklusive Versandkosten): 20,- Euro

Wenn Sie alle ladenpreisgebunden Publikationen von Kurt Gossweiler aus dem Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung (Wider den Revisionismus, 14,90 €; Die Taubenfußchronik, Band I, 20,- €; Die Taubenfußchronik, Band II, 25,- €) kaufen, bekommen sie alle Ausgaben des Streitbaren Materialismus aus dem Paket Antirevisionismus kostenlos dazu. (Originalladenpreis: 88,40 Euro)

Paketpreis IV B (inklusive Versandkosten): 59,90 Euro

Paket V Französische Revolution

"Die Historiker des Proletariats sehen im Jakobinertum eine der höchsten Stufen des Aufschwungs der unterdrückten Klasse im Kampf um ihre Befreiung. ... Das Jakobinertum in Europa an der Grenze Europas und Asiens (in Rußland) im 20. Jahrhundert wäre die Herrschaft der revolutionären Klasse, des Proletariats, das, unterstützt durch die ärmste Bauernschaft und gestützt auf vorhandene materielle Grundlagen für die Bewegung zum Sozialismus, nicht nur alles jenes Große, Unentwurzelbare geben könnte, was die Jakobiner im 18. Jahrhundert gaben, sondern auch im Weltmaßstab zum dauernden Sieg der Werktätigen führen könnte. ... Der Jakobiner, der unzertrennbar mit der Organisation des Proletariats verbunden ist und seine Klasseninteressen erkannt hat - das ist der Bolschewik." (Lenin)

  • Albert Manfred Maximilien Robespierre
    (Eigenständigie Publikation, 233 Seiten)
  • Hermann Duncker: Die große Französische Revolution (StreitMat 25)
  • Holz: Tugend und Terror (Über die Jakobinerdiktatur) (StreitMat 18)
  • Katutsky: Die Klassengegensätze von 1789 (StreitMat 13)

Das Paket Französische Revolution besteht aus 4 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. einer eigenständigen Publikation (Originalladenpreis: 31,50 Euro)

Paketpreis (inklusive Versandkosten): 20,- Euro

Paket VI Biologie
  • Stephan Lippels: Soziobiologie und Verhaltensgene (38 Seiten)
    (StreitMat 25)
  • Lewontin: Biologie als Ideologie: Ursache und Wirkung bei der Tuberkulose, den menschlichen Genen und in der Landwirtschaft (StreitMat 21)
  • Krojer: Über die Verfälschung der Lehre Darwins durch den Neo-Darwinismus (im Lichte neuerer Erkenntnisse) (StreitMat 21)
  • Pickenhain: Umweltbeziehungen und die biotischen Prozesse
    (StreitMat 14)
  • Krojer: Ist über T.D. Lyssenko „der Stab längst gebrochen“?
    (StreitMat 13)
  • Rudolf Gottschalk: Darwin und der Sozialdarwinismus (Widerspruch 7)

Das Paket Biologie besteht aus 5 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. Widerspruch (Originalladenpreis: 32,50 Euro)

Paketpreis (inklusive Versandkosten): 20,- Euro

Paket VII Psychologie
  • Harry K. Wells: Sigmund Freud Kritik auf Grundlage der Erkenntnisse Iwan P. Pawlows
    (Eigenständige Publikation)
  • Stropahl: Immunsystem und menschliche Psyche
    (StreitMat 23)
  • Luria: Reduktionismus in der Psychologie
    (StreitMat 20)
  • Harry K. Wells: Revidierte Psychoanalyse: Erich Fromm
    (StreitMat 18)
  • D. A. Birjukow: Der Mythos von der Seele
    (Widerspruch 8)
  • N. A. Chromow: Zur Frage des Physischen und des Psychischen
    (Widerspruch 7)
  • Harry K. Wells: Psychoanalyse - Weder materialistisch noch dialektisch
    (Widerspruch 2)
  • Dr. Knock - Das Vorbild der pragmatischen Psychologie (Widerspruch 2)
  • W. I. Lenin über Psychoanalyse und die „sexuelle Revolution“ (Widerspruch 2)

Das Paket Psychologie besteht aus 6 Ausgaben des Streitbaren Materialismus bzw. einer eigenständigen Publikation (Originalladenpreis: 45,- Euro)

Paketpreis (inklusive Versandkosten): 25,- Euro


Redaktionelle Erklärungen

Vorbemerkung des Verlags (2015)

Seit sehr langer Zeit ist keine Nummer des „Streitbaren Materialismus“ mehr erschienen. Die Gründe dafür sind vielfältig, und wir wollen unsere Leser nicht mit langer Aufzählung belästigen. Sie reichen von der zunehmenden Schwierigkeit, Autoren zu finden, die im Sinne des historischen und dialektischen Materialismus schreiben und bereit sind, in einer Zeitschrift zu publizieren, die sich eben dieser wissenschaftlichen Weltanschauung zutiefst verpflichtet sieht, bis zu den in den letzten Jahren stark veränderten Arbeitsmöglichkeiten und -fähigkeiten der Redaktion selbst.

Auf der anderen Seite erreichen uns immer wieder Texte, die vom Standpunkt eines streitbaren Materialismus in die Diskussion und Auseinandersetzung gehen und die ohne ein publizistisches Forum verloren gingen – oder ihre Wirkung verlören, würden sie nicht zeitnah veröffentlicht.

Der Verlag hat sich deswegen entschlossen, solche Texte in der Form des „Streitbaren Materialismus“ häufiger zu publizieren, ohne jeweils zu warten, bis eine möglichst „ausgewogene“ oder „in sich geschlossene“ Ausgabe möglich ist. Das wird bedeuten, daß der Umfang der Zeitschrift stark schwanken wird – aber das scheint uns ein geringeres Übel als der Verlust oder die Verspätung von Beiträgen, die für aktuelle Auseinandersetzungen von Bedeutung sind.

Die bisherige Redaktion wird sich vorrangig um die Buchpublikationen kümmern und arbeitet derzeit daran, Wells’ Buch über I.P. Pawlow in überarbeiteter und neu redigierter Fassung möglichst bald herauszubringen.

München, im Herbst 2015

Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung


Was ist und was will der Streitbare Materialismus?

Antworten auf Fragen der türkischen Zeitung Evrensel (2003)

Seit wann erscheint die Zeitschrift „Streitbarer Materialismus“ und welche Ziele verfolgen Sie?

Unsere Zeitschrift erschien bereits in den 70er Jahren unter dem Titel „Der Widerspruch“, damals in Berlin. In den 80er Jahren beschloß eine Gruppe ehemaliger Mitglieder des damals existierenden Kommunistischen Hochschulbunds, eine wissenschaftliche Zeitschrift zu organisieren, um der aufkommenden Strömung des Idealismus, Spiritismus, der „neuen Innerlichkeit“ den Materialismus und die Dialektik als Weltanschauung gegenüberzustellen und somit mittels des MateriaFsmus und der Dialektik den Idealismus und die Metaphysik anzugreifen.

Es gelang uns, den Verlag des „Widerspruch“ zu kaufen und zunächst eine weitere Nummer des „Widerspruch“ herauszugeben. Aus urheberrechtlichen Gründen mußten wir den Namen ändern – seit der Nummer 10 erscheint die Zeitschrift unter dem Titel „Streitbarer Materialismus“. Inzwischen sind wir bei der Nummer 25 angelangt.

Unsere Ziele lassen sich am besten an der Erklärung der Herausgeber in der Nummer 9 von 1987 verdeutlichen, aus der wir hier zitieren:

„In Endzeiten werden auf dem Markt für herrschende Meinungen gerne Beruhigungsmittel gehandelt. Die ,neue Innerlichkeit‘ ist so eines: du mußt an dir selber arbeiten, dich selbst verändern, an dir liegt es. ,New Age‘ ist so eines, eine Farce von Philosophie. ,Zurück zur kleinen, überschaubaren Produktion' ist so eines – eine Ökonomie, die von der Geschichte längst ins Abseits gestellt wurde.

Damit wollen wir uns anlegen. Deshalb bringen wir – nach nahezu zehn Jahren – diese Zeitschrift wieder heraus. Eine Zeitschrift des streitbaren Materialismus soll es sein. Die Welt aus sich selbst erklären, im schlechten Alten das gute Neue finden, dazu will sie helfen. Und:

Schmeißt die geistigen Drogen in den Mülleimer!“

Können Sie uns einiges über die Zusammensetzung Ihrer Redaktion und Ihres Leserkreises erzählen?

Unsere Redaktion besteht aus sieben ständigen, aber ehrenamtlichen Mitgliedern, dazu kommen zwei korrespondierende Redaktionsmitglieder. Sitz der Redaktion ist München. Alle Redakteure sind berufstätig und arbeiten in ihrer Freizeit am „Streitbaren Materialismus“ mit. Unser Leserkreis ist, wir müssen das ganz offen sagen, noch sehr klein. Die Zeitschrift erscheint in einer Auflage von durchschnittlich 700 bis 1000 Exemplaren. Die Leser rekrutieren sich aus der werktätigen Intelligenz, aus Studenten, aus Gewerkschaftern, die über die engen Horizonte des Tageskampfes hinausschauen wollen. In letzter Zeit lesen die Zeitschrift zunehmend Bürger der annektierten DDR, die hier eine Möglichkeit gefunden haben, an der Verteidigung der wissenschaftlichen und philosophischen Grundlagen teilzunehmen, auf denen sie das bessere Deutschland aufgebaut hatten.

Die Herausgabe der Zeitschrift wird unterstützt von einem eingetragenen Verein, dem „Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung“. Ohne die Geldzuwendungen durch diesen Verein wäre die Zeitschrift ökonomisch nicht zu halten.

Wonach bestimmen Sie die Themen Ihrer Ausgaben?

Ganz bewußt setzen wir in den einzelnen Nummern der Zeitschrift keine Themenschwerpunkte. Unser Ziel ist, auch durch die Auswahl der Artikel zu zeigen, daß der historische und dialektische Materialismus eine Weltanschauung ist, also alle Bereiche des gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens berührt. So findet man in den Ausgaben des „Streitbaren Materialismus“ Artikel zu Politik und Philosophie genauso wie zu Fragen der Kritik der politischen Ökonomie, der Naturwissenschaft wie der Kunst. Das heißt nicht unbedingt, daß wir nur „aktuelle Themen“ aufgreifen. Wir verstehen es auch als unsere Aufgabe, ältere Texte des historischen und dialektischen Materialismus, wenn sie helfen, moderne Fragen der Philosophie, der Ökonomie, der Politik, der Naturwissenschaft oder von Kunst und Literatur besser zu verstehen und Rüstzeug für die Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Ideologie zu schaffen.

Der „Streitbare Materialismus“ erscheint nicht regelmäßig. Dazu reicht unsere organisatorische und finanzielle Kraft nicht. Die Zeitschrift erscheint, ganz schlicht gesagt, wenn genügend Texte vorliegen, die dem oben genannten Anspruch genügen.

Mit der Niederlage des Sozialismus und der Arbeiterklasse wurde/wird auch von der Niederlage des dialektischen Materialismus gesprochen. Was sind Ihrer Meinung nach die wesentlichen Fakten und Argumente dafür, den dialektischen Materialismus weiterhin zu verteidigen?

Zweifellos hat die Arbeiterbewegung, die Revolution, spätestens mit dem Ende der 80er Jahre eine schwere Niederlage konstatieren müssen. Eine Niederlage des dialektischen Materialismus freilich war dies nicht. Der hat ja nie behauptet, der Weg zur klassenlosen Gesellschaft oder anders gesagt: der Weg zu einer Gesellschaft ohne Klassen, ohne Kriege und ohne Ideologien (was eine recht gute Beschreibung des Kommunismus ist) sei ein gerader, ein Weg ohne Rückschläge. Im Gegenteil. Die Überlegenheit des historischen und dialektischen Materialismus besteht ja gerade darin, daß er Siege wie Niederlagen der internationalen Arbeiterbewegung zu analysieren und zu erklären vermag, und daß er damit gleichzeitig die Bedingungen dafür aufzeigt, Niederlagen in Siege zu verwandeln. Das kann er natürlich nur, wenn er nicht engstirnig als eine Art „Politikkonzept“ oder als eine „fortschrittliche Art, Geschichte zu schreiben“ begriffen wird. Das kann er nur, soweit er als eine umfassende Weltanschauung beschrieben und angewandt wird, die einem klaren Klasseninteresse verpflichtet ist; nicht aus einem Verständnis der Arbeiterklasse als leidender Klasse heraus, sondern aus einem Verständnis der Arbeiterklasse als Triebkraft der Geschichte hin zum Schritt aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Wenn man es genau nimmt, so ist die Verteidigung des dialektischen Materialismus nur ein Teil der Aufgabe, und vielleicht gar nicht der wichtigste. Der wichtigste Teil unserer Aufgabe ist es, seine Anwendung zu lehren.

Wie beurteilen bzw. benennen Sie die philosophischen Fragen in den Natur- und Gesellschaftswissenschaften angesichts der rasanten Entwicklung in der Technologie und der erdrückenden Vorherrschaft des Idealismus unter den Wissenschaftlern?

Ergänzend: Welchen Stellenwert haben Ihrer Meinung nach die breit angelegten philosophischen und ideologischen Diskussionen auf verschiedenen Gebieten der Wissenschaften, die vor ca. 50 Jahren unter Teilnahme von namhaften Wissenschaftlern zwischen Materialisten und Idealisten weltweit geführt wurden, für die heutige Zeit?

Das ist eine ungeheuer komplexe Frage; und die Antwort darauf liegt ja eigentlich in unserer Tätigkeit selbst, also in der Tätigkeit Ihrer wie unserer Zeitschrift. Deshalb können wir hier nur recht summarisch darauf antworten.

Zunächst: Die Vorstellung eines rasanten Vormarsches des Imperialismus, eines „neuen Frühlings“ des Kapitalismus, wie sie z.B. sich in der gesamten Diskussion um die sogenannte Globalisierung ausdrückt, scheint uns falsch. Die Vorstellung einer bürgerlichen Ideologie, die über den historischen und dialektischen Materialismus triumphiert und ihn „an die Wand gedrückt“ hat, scheint uns falsch. Die Frage, wieviel Zukunft man dem Imperialismus noch gibt, ist ja geradezu makaber angesichts der Tatsache, daß man ihm kaum noch eine Gegenwart zubilligen kann – siehe seine ständigen und sich zur Gefahr eines neuen Weltkriegs zuspitzenden Kriege, seine Verelendung der Völker nicht nur in der sogenannten Dritten Welt, sondern in den imperialistischen Zentren selbst, angesichts der tiefen Verrottetheit seiner „Wissenschaft“, seiner philosophischen Gebäude, angesichts seiner Fäulnis, was die Entwicklung von Produktivkräften angeht usw. usf. Auf der anderen Seite zeigt sich die Wahrheit des dialektischen Materialismus gerade darin, daß die Wissenschaft, die Intellektuellen, die werktätige Intelligenz nicht von sich aus aus der Fäulnis und der Lächerlichkeit imperialistischer Afterwissenschaft herausfindet. (Das gilt selbstverständlich für die breite Masse, nicht für einige herausragende Wissenschaftler, die sich, um mit dem Kommunistischen Manifest zu sprechen, zum Verständnis der gesamten geschichtlichen Bewegung emporgearbeitet haben.) Wissenschaftler, die in ihrem Fachgebiet durchaus dialektisch und materialistisch zu denken in der Lage sind, werden zu übelsten Idealisten und Metaphysikern, sobald sie den engen Bereichihrer eigenen Tätigkeit verlassen. Damit Wissenschaft „dem Volke dienen“ kann, braucht es eben entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse, bei deren Errichtung der Wissenschaftler zwar helfen, die er aber auf sich gestellt nicht herbeiführen kann. Was wir also zeigen müssen, ist: Eine wirkliche Zukunft hat Wissenschaft, hat der ernsthafte Wissenschaftler eben nicht mehr an der Seite der Bourgeoisie, die als Klasse überlebt ist, sondern an der Seite des Proletariats. Wenn wir anknüpfen an die von Ihnen erwähnten Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen Materialismus und Idealismus, dann aus mehreren Gründen. Zum einen, weil in diesen Diskussionen und Debatten eine Reihe wichtiger Erkenntnisse über Natur und Gesellschaft herausgearbeitet wurden, die später (unter revisionistischem und sonstigem bürgerlichen Einfluß und Druck) nicht mehr weiterverfolgt bzw. verschüttet wurden. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, weil wir sehen, daß damals Grundlagen für Antworten gelegt wurden, nach denen ernsthafte Wissenschaftler heute wieder krampfhaft suchen, z.T. ohne diese Debatten überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

Zum anderen müssen wir aber damit auch zeigen, wie sehr eine siegreiche Arbeiterklasse – und wer wollte bestreiten, daß z.B. der Aufbau der Sowjetunion damals ein historischer, nicht mehr rückgängig zu machender Sieg der weltweiten Arbeiterklasse war – überhaupt erst der Garant für eine frische, auseinandersetzungsfreudige und kämpferische wissenschaftliche Arbeit ist. (Wer die von Ihnen erwähnten Debatten verfolgt, wird zweifellos feststellen, daß dort eine Lust am theoretischen Kampf vorhanden ist, die der Kapitalismus in seinem letzten Stadium überhaupt nicht kennt.)

Wie benennt Ihre Zeitschrift die heutigen Aufgaben der dialektischen Materialisten?

Wir denken, mit den Antworten auf Ihre Fragen haben wir unsere Meinung dazu dargelegt.

München, September 2003

Die Redaktion des Streitbaren Materialismus


Zur Wiederherausgabe des „Widerspruch“ (1987)

Ganz offenkundig leben wir in einer Endzeit. Ein altes Wirtschaftssystem macht seinen Todeskampf durch. Aber es will nicht friedlich dahinscheiden. Und so macht seine Zerstörung des Menschen und seiner natürlichen Umwelt, seine Verhunzung von Wissenschaft und Kultur heute seinen Frieden nahezu so gefährlich wie seine Kriege, die es zeit seines Bestehens mit sich brachte.

In Endzeiten werden auf dem Markt für herrschende Meinungen gerne Beruhigungsmittel gehandelt. Die „neue Innerlichkeit“ ist so eines: du mußt an dir selber arbeiten, dich selbst verändern, an dir liegt es. „New Age“ ist so eines, eine Farce von Philosophie. „Zurück zur kleinen, überschaubaren Produktion“ ist so eines ‒ eine Ökonomie, die von der Geschichte längst ins Abseits gestellt wurde.

Damit wollen wir uns anlegen. Deshalb bringen wir ‒ nach nahezu 10 Jahren ‒ den „Widerspruch“ wieder heraus. Eine Zeitschrift des streitbaren Materialismus soll es sein. Die Welt aus sich selbst erklären, im schlechten Alten das gute Neue finden, dazu will sie helfen. Und: schmeißt die geistigen Drogen in den Mülleimer!

Wir wissen, daß die Waffe der Kritik die Kritik der Waffen nicht ersetzt. Aber sie kann sie schärfen helfen. Spätestens seit die russischen Arbeiter und Bauern 1917 die Kritik an der alten Zeit praktisch werden ließen und den Sprung in die neue Zeit wagten, muß die Kritik diesem so gefährlich verröchelnden Imperialismus gegenüber eine Stellung einnehmen, wie Marx sie gegenüber den deutschen Zuständen von 1844 eingenommen hat: „Krieg den deutschen Zuständen! Allerdings! Sie stehn unter dem Niveau der Geschichte, sie sind unter aller Kritik, aber sie bleiben ein Gegenstand der Kritik ... Mit ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des Kopfes, sie ist der Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomisches Messer, sie ist eine Waffe. Ihr Gegenstand ist ihr Feind, den sie nicht widerlegen, sondern vernichten will. Denn der Geist jener Zustände ist widerlegt. An und für sich sind sie keine denkwürdigen Objekte; sondern ebenso verächtliche als verachtete Existenzen. Die Kritik für sich bedarf nicht der Selbstverständigung mit diesem Gegenstand, denn sie ist mit ihm im reinen. Sie gibt sich nicht mehr als Selbstzweck, sondern nur noch als Mittel. Ihr wesentliches Pathos ist die Indignation, ihre wesentliche Arbeit die Denunziation.“

Noch ein Wort zur Kritik an uns und unserer Zeitschrift: Wir verlangen sie kategorisch. (Wenn ihr wüßtet, welche Lust zum Streiten wir haben!) Was wir hoffen ist: Autoren zu gewinnen für das Ziel dieser Zeitschrift. Streitbare Materialisten, die sich nicht mit der behördlich verordneten Dummheit und Afterwissenschaft einverstanden und zufrieden erklären können. Ärzte und Biologen, die nicht einsehen, daß Zwangslager gegen AIDS helfen sollen. Kosmologen, die die rückhaltlose Erweiterung unseres Wissens über Zeit, Raum und Materie einfordern und nicht bereit sind, hinter den Urknall den lieben Gott zu schreiben. Gesellschaftswissenschaftler, die die Zukunft aus den Widersprüchen der alten Gesellschaft herauserkennen und nicht aus dem Bauchnabel des Einzelnen. Und Schriftsteller, die Feder, Schreibmaschine und personal computer für Denunziation, Kritik und Aufklärung zur Verfügung stellen.

Das verlangen wir. Das hoffen wir.

München, im April 1987

S. Eggerdinger